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Feedback – wie Kommunikation gelingen kann

Fremde Meinungen sind Massenware –  Feedback ist ein wertvolles Geschenk.

Wir alle leben im modernen Zeitalter des kommunikativen Informationaustausches und genießen in unserer Gesellschaft das unschätzbare Privileg der Meinungsfreiheit. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Menschen kaum eine andere Äußerung so oft, so intensiv und und so weit verbreiten wie ihre eigene Meinung. Egal in welchem Kontext, egal zu welchem Thema; jeder kann zu jedem und allem seine eigene Theorie haben und darf diese auch kundtun. Wenn jedoch die eigenen Ansichten unter dem Deckmäntelchen des „gutgemeintem Feedback“ geäußert werden, dann plädiere ich dafür, dies in der Weise geschehen zu lassen, dass beide – Feedbackgeber und Feedbacknehmer – auch den größtmöglichen Nutzen davon haben.

Qualifiziertes Feedback ist eine der wertvollsten Informationen im eigenen Wachstums- und persönlichen Entwicklungsprozess. Es basiert auf der wechselseitigen Möglichkeit, von anderen zu erfahren , wie das eigene Verhalten dort angekommen ist, bzw. anderen mitzuteilen, wie deren Verhalten auf mich gewirkt hat.

Doch echtes Feedback ist bisher eher selten. Auch deshalb, weil es – auch heute noch – im privaten wie im beruflichen Umfeld mit „offen die Meinung sagen“, „gute Ratschläge geben“, oder „ein Ziel- oder Personalgespräch führen“ verwechselt, bzw. damit gleichgestellt wird. Qualifiziertes Feedback hat aber eine andere, ganz eigene Struktur und unterliegt bestimmten Regeln, die den Meinungsaustausch in respektvoller, wertschätzender und konstruktiver Art und Weise unterstützen, bei der sich das Verhältnis der beiden Gesprächspartner weiter vertiefen kann.

Echtes Feedback ist niemals objektiv.

Feedback bedeutet wörtlich „Ruckinformation, Rückmeldung oder Rückkopplung“ und ist mit einem Blick in den Spiegel oder dem Richtungshören eines Echos vergleichbar. Das Ziel dabei ist es, sich besser orientieren zu können. Ausgehend von dem Bild, dass wir vor dem Badezimmerspiegel stehen, um uns beim Rasieren oder Schminken zu orientieren, um uns nicht zu schneiden oder um die Schminke wie gewünscht aufzutragen, könnte man zunächst annehmen, dass die Rückkopplung immer auch den tatsächlichen Gegebenheiten entspricht. Aus dieser Erfahrung könnten viele Menschen auch die Überzeugung abgeleitet haben dass dies auch in der Kommunikation Gültigkeit hat und dass deshalb ihre eigene Meinung „objektiv richtig“ sei.

Was dabei jedoch häufig übersehen wird, ist die Tatsache, dass diese 1:1 Orientierung nur dann funktioniert, wenn wir in einen wirklich glatten, sauberen und einwandfreien Badezimmerspiegel schauen. Jeder, der sein Spiegelbild schon einmal im Wasser oder in einem gewölbten Zerrspiegel gesehen hat, weiß, wie groß der Einfluss des Spiegels auf das Spiegelbild ist. Und genauso groß ist der wechselseitige Einfluss der jeweiligen Gesprächspartner beim Feedback.

Die Beschaffenheit des Spiegels spielt also eine wesentliche Rolle – sowohl im Badezimmer als auch in der Kommunikation. Das bedeutet, dass jeder Feedbackgeber aufgrund seiner eigenen Wahrnehmungen, Bewertungen, Überzeugungen und Erwartungen ein und der derselben Person in ein und derselben Situation wohl ein anderes, eben sein eigenes Feedback geben wird. Und genau das ist der Sinn von Feedback.

Es geht um die Frage: „Wie hat das, was Du wahrgenommen hast, auf Dich gewirkt?“

Feedback ist die Schilderung des subjektiven Erlebens eines anderen Menschen in einer konkreten Situation. Für den Feedbackgeber bedeutet dies, dass er sich seiner eigenen Subjektivität bewusst sein sollte, um sein Feedback nicht mit „der objektiven Wahrheit“ zu verwechseln.

Die eigene Wahrheit in qualifiziertes Feedback verwandeln

Jeder Mensch hat sein eigenes Modell der Welt und damit seine eigene Wahrheit. Jede noch so einfache Wahrnehmung durchläuft komplexe Filterprozesse, durch die das Wahrgenommene eine bestimmte Bedeutung erhält. Daraus bildet sich die eigene Sichtweise der Dinge und die persönlich Meinung. Beim Feedbackprozess wird genau diese Tatsache dadurch berücksichtigt, dass sich der qualifizierte Feedbackgeber dessen sehr bewusst ist und gleichsam die Gültigkeit des Weltmodells des Feedbacknehmers respektiert. Deshalb verlangt wirkungsvolles Feedback sowohl wertschätzende  Rücksichtnahme als auch unterstützendes Einfühlungsvermögen.

Feedback ist am effektivsten, wenn der Empfänger darum gebeten hat. Deshalb wird qualifiziertes Feedback nur gezielt und dosiert gegeben und nicht inflationär verbreitet. Es sollte vom jeweiligen Empfänger gewollt sein, bzw. dessen Einverständnis dazu eingeholt werden. Erst dadurch entsteht eine gemeinsame Vertrauensbasis und eine persönliche Atmosphäre, in der das Feedback seine hilfreiche Wirkung erreichen kann.

Um das zu gewährleisten, wird echtes Feedback stets in der Ich-Form, in kurzen Sätzen mit möglichst wenig Gestik formuliert. Dabei sollen insbesondere die sinnesspezifischen Wahrnehmungen und die dabei erlebten Gefühle zum Ausdruck kommen, so dass der Empfänger die Wirkung seines Verhaltens als reine Wahrnehmung ohne fremde Interpretationen oder Werturteile einschätzen kann. Ausschweifende Erklärungen und langatmige Beschreibungen sind meist nicht sehr hilfreich.

Qualifiziertes Feedback sollte stets situationbezogen sein und sich auf ganz konkrete Ereignisse und Verhaltensweisen beziehen. Die effektivste Wirkung erreicht Feedback, solange eine zeitliche Nähe zu den besprochenen Vorgängen gegeben ist und diese noch frisch im Gedächtnis haften. Feedback über längst vergangene Begebenheiten oder den Feedbacknehmer als Person insgesamt verpufft meist wirkungslos.

Auch subjektive Änderungswünsche des Feedbackgebers am Verhalten des Feedbacknehmers dürfen zum Ausdruck kommen, wenn er sie als solche klar erkennbar formuliert. Pauschale Handlungsempfehlungen hingegen sollten -wenn überhaupt- immer nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Feebacknehmers gegeben werden. Anderenfalls besteht sehr leicht die Gefahr, dass der Gesprächspartner dies als Belehrungoder Kritik aufnimmt und dies die Wirkung des gesamten Feedbackprozess entkräften könnte.

Ein besonderer Ausdruck der Wertschätzung und der Verstärkung der Handlungsmotivation ist die Würdigung der positiven Absicht und das Hervorheben der positiven Anteile des Verhaltens. Dieser Aspekt ist wichtiger Bestandteil eines jeden qualifizierten Feedbacks.

 

REGELN BEIM FEEDBACK GEBEN:

  • Klären: Ist Dein Gegenüber bereit, Feedback zu bekommen?
    – Nur auf Anforderung oder nach Zustimmung
  • Den Rapport untereinander halten
    – Wertschätzende und rücksichtsvolle Grundhaltung
  • Nur auf das situationsbezogene Verhalten fokussieren
    – Nur zum Verhalten (nicht zur Person)
    – Nur zum unmittelbaren Verhalten (nicht vergangenheitsbezogen)
    – Konkret und spezifisch bleiben (nicht pauschal „immer, alle, keiner, nie“)
  • Kurzes, klares Statement zum subjektiven Erleben
    – Bewusst subjektiv formulieren (Ich-Botschaften)
    – Wahrnehmungen von Interpretationen trennen ( Beschreibend – nicht bewertend)
    – Wirkung auf Wahrnehmung und Gefühle beschreiben
    z.B. „Auf mich wirkte … Ich habe wahrgenommen, …  Ich habe Dein Verhalten als … erlebt“
  • Die positiven Aspekte und die positive Absicht des Verhaltens würdigen
  • Evtl. Änderungswünsche bewusst subjektiv formulieren
    – was hätte für mich mehr sein können
    – was hätte für mich weniger sein können
    – wie hätte es für mich anders sein können
Da Kommunikation ja bekanntlich ein aktiver Interaktionsprozess ist, kommt dem Feedbacknehmer eine mindestens ebenso wichtige Rolle zu wie dem Feedbackgeber. Auch beim Empfangen von Feedback  kommt es nämlich darauf an, seinem Gesprächspartner eine möglichst angenehme Atmosphäre zu bieten, in der er zu qualifiziertem Feedback bereit ist. Schließlich geht es darum, zu erfahren, wie er die Situation erlebt hat und welches Verhalten welche Wirkung auf ihn hatte. Wer allerdings schon einmal ein Gespräch mit einem Mitmenschen geführt hat, der nicht zuhört, dauernd dazwischen redet oder nur seine eigene Sicht der Dinge gelten lässt, der weiß wie anstrengend und demotivierend das sein kann. Daraus ergibt sich, dass auch für das Erhalten von Feedback einige Besonderheiten zu beachten sind, damit wirkungsvolle Kommunikation gelingen kann.

Feedback nehmen zeichnet sich durch intrinsische Aktivität aus.

Die Hauptaktivität des Feedbacknehmers liegt darin, das Spiegelbild oder das Echo seines Verhaltens zu empfangen. Hierbei sollte sich der Feedbacknehmer immer wieder bewusst machen, dass alle Rückmeldungen nicht „DIE Wahrheit“ wiedergeben, sondern subjektive Äußerungen desjenigen sind, auf den sein Verhalten gewirkt hat. Deswegen sind vorschnelle Einsprüche, Erklärungen oder Rechtfertigungen keinesfalls zielführend. Es geht einzig und allein um persönliche Informationen zum subjektiven Erleben des Feedbackgebers – darüber lässt sich nicht diskutieren.

Rückfragen, um das Gesagte besser zu verstehen sind grundsätzlich erlaubt, allerdings erst, wenn der Feebackgeber vollständig ausgesprochen hat. Die oberste Prämisse heißt also: Zuhören und aufnehmen. Der Feedbackgeber, der die oben beschriebene Ausdrucksregeln anwendet, bezieht sich nur auf die Wirkung des wahrgenommenen Verhaltens und nicht auf die Person des Feedbacknehmers! Diese Unterscheidung sollten beide Gesprächspartner ständig im Bewusstsein halten! Nur so kann ein echter Meinungsautausch gelingen. In dem Moment, in dem der Feedbackgeber gegen diese Regel verstößt, oder der Feedbacknehmer Äußerungen auf sich als Person bezieht, ist die Gefahr eines Rapportbruches besonders hoch und kann sich im schlimmsten Fall zu einem Streitgespräch aufschaukeln.

Der Feedbacknehmer entscheidet selbst darüber, ob und in welcher Form er das Gehörte annehmen möchte, oder nicht. Dazu bedarf es keiner Erklärung. Er muss es in keiner Form kundtun, sondern kann diese Entscheidung völlig intrinsisch treffen. Er entscheidet auch über die Menge des Feedbacks, denn er hat jederzeit die Möglichkeit, das Feedback zu beenden.
Dazu reicht ein einfaches: „Danke, das genügt mir schon.“

Qualifiziertes Feedback ist ein wertvolles Geschenk, das die Wirkung des eigenen Verhaltens besser verstehbar macht und uns dabei hilft, in unserer Kommunikationswirkung schnell zu wachsen. Offenes, ehrliches und einfühlsames Feedback verlangt vom Feedbackgeber die Bereitschaft, sich zu offenbaren, sich als Spiegel oder Echo zur Verfügung zu stellen und die Fähigkeit,  sich adäquat auszudrücken.  Dazu sind nicht alle Menschen in jeder Situation bereit, bzw. in der Lage. Deshalb bekommt man es auch nicht überall. Umsomehr gilt es sich bei demjenigen , der es kann und es tut für dieses wertvolle Geschenk zu bedanken.


REGELN BEIM FEEDBACK ANNEHMEN

  • Den Feedbackgeber aussprechen lassen
  • Nur zuhören
    – nicht rechtfertigen
    – nicht erklären
    – nicht verteidigen
  • Verständnisfragen sind erlaubt
    – Was genau meinst Du mit…?
    – Was hättest Du Dir wie anders gewünscht?
    – Was war Dir zuviel / zuwenig?
    – Wie hat, als ich … gemacht habe, auf Dich gewirkt?
  • Erhaltenes Feedback nur auf das eigene Verhalten beziehen – nicht auf die eigene Person!
  • Über die Annahme des Feedbackinhaltes selbst entscheiden.
  • Sich für das Feedback bedanken.

MERKE:

 1.) Niemand ist auf der Welt, um so zu sein, wie andere ihn gerne hätten!

2.) Qualifiziertes Feedback ist ein wertvolles Geschenk!

3.) Die Art wie Du Feedback nimmst, ist entscheidend dafür,
ob Du es in der Zukunft  noch mal geschenkt bekommst!

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Kommentare (2)

  • Avatar

    Bernd Holzfuss

    |

    Die Kunst des Feedback geben und nehmen sind elementare Teile der NLP-Practitioner und NLP-Diploma Ausbildung.

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  • Avatar

    Mathias

    |

    Ich finde derartige Seminare und Trainings durchaus passend, denn egal ob im Privat- oder aber im Berufsleben, Kommunikation ist in unserer Zeit einfach wichtig und wer denkt, dass dafür Handys und Smartphones reichen, der sollte eben echt einmal solch ein Training besuchen!

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